„Erzählte Musik: Landschaft, Stimme, Monument“
13. Februar 2026 | von Kathrin Lohmeyer-Duchatz

Musik, die erzählt, ohne Worte zu gebrauchen: Sibelius’ nordische Seelenlandschaft En Saga mit geheimnisvoller Bewegung innerer Bilder, Weberns Concertino für Klarinette, die lyrisch-theatralisch und virtuos erzählt, und Borodins Monumentalwerk, welches wie ein heroisches Epos menschliche Grenzen überwinden will. Moritz Siegel, Klarinette, ist das Talent aus folkwang juniors Schmiede.Musik, die erzählt, ohne Worte zu gebrauchen: Sibelius’ nordische Seelenlandschaft En Saga mit geheimnisvoller Bewegung innerer Bilder, Weberns Concertino für Klarinette, die lyrisch-theatralisch und virtuos erzählt, und Borodins Monumentalwerk, welches wie ein heroisches Epos menschliche Grenzen überwinden will. Moritz Siegel, Klarinette, ist das Talent aus folkwang juniors Schmiede.

Der Klarinettist Moritz Siegel, geboren 2007 in Neuwied, begann seine musikalische Ausbildung mit Früherziehung und Blockflöte an der Kreismusikschule Montabaur, bevor er 2015 seinen ersten Klarinettenunterricht erhielt. Seit 2018 ist er Schüler des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz. Hier wurde er zunächst von Wolfgang Lang unterrichtet und ist seit 2019 Schüler von David Arbeiter sowie Iris Egermann. Seit 2024 ist er zudem Jungstudent bei folkwang junior an der Folkwang Universität der Künste in der Klasse von Prof. Nicola Jürgensen. Für seine künstlerische Entwicklung wurde er 2025 und 2026 mit einem Stipendium der Sparkasse Westerwald-Sieg ausgezeichnet. Als mehrfacher Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ erreichte er zahlreiche 1. Preise auf Regional- und Landesebene sowie mehrere 2. Preise auf Bundesebene. Orchestererfahrung sammelte er u.a. im Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz unter Dirigenten wie Uwe Sandner, David Fernández-Caravaca und Oskar Jockel. Mit dem Landesjugendorchester wirkte er auch beim Bürgerfest des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue in Berlin mit. Weitere Orchestererfahrungen sammelte er im Landesjugendblasorchester Rheinland-Pfalz unter Timor Chadik, in der Emser Sinfonietta (mit CD-Produktionen), im Schöneck Ensemble, in der Kammerphilharmonie „Musical viva“ sowie im Sinfonischen Blasorchester des Landesmusikgymnasiums, das 2025 beim Deutschen Orchesterwettbewerb einen 1. Platz sowie beim 73. Europäischen Musikfestival für die Jugend in Belgien einen 1. Preis erzielte. Künstlerische Impulse erhielt Moritz Siegel außerdem durch Meisterkurse bei Felix Löffler, Thomas Sattel, Ralf Schwarz und Matthias Höfer. Darüberhinaus wirkt er im Lebensmelodien-Projekt von Nur Ben Shalom mit und konzertierte unter anderem in der MEWA Arena, bei der Eröffnungsveranstaltung von Makkabi Deutschland im Olympiastadion Berlin sowie bei weiteren Gedenkveranstaltungen.
Eine Reise durch drei Formen des Erzählens in Musik: In En Saga öffnet Jean Sibelius eine Welt der nordischen Sage – mehr Atmosphäre als Handlung und mehr eine finnische Landschaft, die ihre Seele erzählt. Ein Mythos im Nebel ohne Programm. „Es ist Ausdruck eines gewissen Seelenzustandes“, sagte der damals noch junge Komponist. En Saga zählt zu den meistgespielten Werken Sibelius’.
In Webers kurzem Concertino wird die Klarinette zu einem Protagonisten theatralischer Erzählung wie in einem romantischen Märchen: opernhaft-dramatisch, gesanglich schwebend, und zum Schluss jugendlich keck und brillierend – mit dem jungen Solisten Moritz Siegel aus der bekannten Talentschmiede „folkwang junior“.
Nach der Pause weitet sich der Blick ins Monumentale: Borodins zweite Sinfonie wirkt wie ein episches Panorama, in dem nun das große Orchester erzählt – kraftvoll, archaisch, leidend und voller Bewegung mit kantig-heroischen und singenden Themen. Es sind die Szenen eines großen historischen Romans, der mit Feier und ausgelassenem Tanz endet.
Jean Sibelius
En Saga – symphonisches Poem op. 9
Carl Maria von Weber
Concertino f. Klarinette u. Orchester Es-Dur op. 26 Solist: Moritz Siegel
Alexander P. Borodin
Sinfonie Nr. 2 h-Moll
Termine
Freitag, 10. Juli 2026, 20.00 Uhr
Erlöserkirche Essen
Samstag, 11. Juli 2026, 17.00 Uhr
Zeche Zollverein , Halle 12
Eintrittspreise: 14 Euro / 5 Euro
Karten an der Abendkasse
oder unter 0180 – 60 50 400 [0,20 €/Anruf dt. Festnetz, mobil max. 0,60 €/Anruf]
oder unter www.adticket.de